GTV Bremerhaven

Seit 1984 Karate

Passt KKarate Logoarate in das Angebot des GTV? Diese Frage musste sich der Vorstand beantworten, als 1984 mehrere damals schon erfahrene Kampfsportler nachfragten, ob sie nicht im Geestemünder TV eine neue sportliche Heimat finden können. Zugegeben, es gab damals einige Diskussionen. Doch dann nahm der Verein die Karateka in seine Reihen auf – und bietet ihnen bis heute die Möglichkeit, sich zu entwickeln.

Denn darauf kommt es beim Budo-Sport, so nennt man die japanischen Kampfsportarten als Sammelbegriff, an. Das Do ist das Ziel, nämlich der persönliche Entwicklungsweg eines Karatekämpfers. Nicht umsonst nennt sich die Sportart vollständig Karate-Do und ist vielmehr als nur ein reines Wettkampfsystem. Entwickelt hat sich die Karate-Abteilung, die von Anbeginn an von Manfred Schramm geleitet wurde, dabei beständig. Wie bei Kindern, die zu Erwachsenen werden, steht in der Chronik der Karatekämpfer eine stark an Personen ausgerichtete Phase, die heute in einer sehr traditionellen, am alten und ursprünglichen Karate-Do orientierten Version mündet, ohne die früheren Ansätze aufzugeben. Diese waren nach der Gründung lange Jahre nicht nur auf dem Üben von Selbstverteidigungstechniken, sondern auch auf den sportlichen Vergleich ausgelegt. Die ersten Gruppen, unter Leitung von Manfred Schramm bei den Erwachsenen und Manfred Schaade, der die Kinder als erster Trainer ausbildete, bis für viele Jahre Ursel Schmidt die Stunden leitete, trainierten auch für Turniere. Der in Bremerhaven ausgerichtete Nordsee-Pokal, der Kirschblüten-Pokal, der Bushido-Cup und das SAV-Pokal-Turnier gehörten in den Terminplan – durchaus erfolgreich. So erfolgreich, dass der GTV auch auf Landesmeisterschaften teilnahm und sogar Sportler für die Deutschen Meisterschaften stellen konnte. Mit Bärbel Lösking schaffte es eine Karatekämpferin sogar in die zwar kurzlebige, aber hochkarätige Bundesliga des Deutschen Karate Verbandes.

Manfred Schramm

Doch neben dem Sportkarate, das eigentlich nur ein winziger Teil in der Vielfalt der Kampfkunst ist, lag der Fokus schon seit der Gründung auch auf dem traditionelleren Part – dem Beschreiten des Weges, der auch zur Persönlichkeitsbildung führt und dem Erlernen der Technik für die Selbstverteidigung. Noch immer schwärmen viele Karateka aus, um auf Lehrgängen ihr Wissen zu vertiefen und dieses auch weiterzugeben.

Schon immer waren es dabei nicht nur die Braunund Schwarzgurte, von denen die Abteilung bisher zehn hervorgebracht hat, sondern auch der Nachwuchs, der sich bei japanischen Meistern wie Teruo Kono und Shuzo Imai – auf selbst veranstalteten Lehrgängen – schulen ließ. Seit einigen Jahren kommt das Kyusho Jitsu hinzu, dass die asiatische Energielehre aus der traditionellen chinesischen Medizin in Kampftechniken von besonders hoher Effizienz umsetzt.

Die Karate-Abteilung hatte dabei immer eine hohe Anzahl von aktiven Mitgliedern sowohl bei den Kindern als auch bei den Erwachsenen, und sie war immer in das Verbandsleben eingebunden. Nach der Gründung Mitglied in der Bremer Karate Union e.V. wurde sie 1986 Mitglied im neu gegründeten Bremer Karate Verband e.V. Dazu gehört aber nicht nur der Besuch der Mitgliederversammlungen, sondern die aktive Mitarbeit auf allen Ebenen. Seit 1984 ist Manfred Schramm B-Prüfer bis zum braunen Gürtel, seit 2011 darf er, inzwischen 5. Dan, als A-Prüfer auch Schwarzgurte abnehmen. Diverse Mitglieder
erwarben Trainer-Lizenzen, als Ursel Schmidt aufhörte und die hinterlassenen Lücken gefüllt werden mussten. Im Mittelpunkt stand aber immer auch der Gesundheitsaspekt, den Karate als Ganzkörpertraining innehat. Querelen blieben aber nicht aus, so dass die Karate-Abteilung zweimal, 2002 und 2011, innerhalb des Verbandes die Stilart gewechselt hat und heute im Wado-Ryu organisiert ist, der weltweit größten Stilart.

Noch heute sind in der Abteilung einige Urgesteine aktiv, die fast von Anfang an mitgearbeitet haben.Neben Manfred Schramm zählen heute Ullrich Hillebrandt, Trainer der Kinder und der Mittwochsgruppe, und Frank Miener dazu, der diese Gruppen als direkter Nachfolger von Ursel Schmidt ebenfalls über Jahre geleitet hat. Dazu kommen noch viele jüngere „Altgediente“, die alle teilen, was Karate ausmacht: ein lebenslanger Weg. Der eben genau in den GTV passt.